Kopfschmerz: Behutsam mit Schmerzmedikamenten umgehen!

Täglich gehen in Apotheken Schmerzmedikamente gegen ein weit verbreitetes Leiden über den Ladentisch: gegen hämmernde, pulsierende, stechende oder auch dumpf drückende Kopfschmerzen. Laut einer Erhebung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft haben Menschen, die in Städten leben, häufiger mit Kopfschmerzen zu tun als Menschen in ländlichen Regionen. Dabei gilt Stress, zum Beispiel durch Großstadthektik, Konflikte am Arbeitsplatz oder auch familiäre Sorgen, als einer der häufigsten Auslöser für Kopfschmerzen.

Rund acht Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Kopfschmerzen oder Migräne, Frauen häufiger als Männer. Bei vielen schränken die Beschwerden, die mit Übelkeit, Erbrechen sowie starker Licht-, Lärm und Geruchsempfindlichkeit einhergehen können, die Lebensqualität erheblich ein. Sie rechnen ständig mit der nächsten Kopfschmerz-Attacke. Dennoch gehen etliche Betroffene nicht zum Arzt, sondern stattdessen in die Apotheke, um Schmerzmittel zur Selbstmedikation zu besorgen. Das aber kann folgenschwer sein, denn oftmals liegt die Ursache für chronische Kopfschmerzen im zu häufigen Griff nach Schmerzmitteln. Der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch gilt nach Spannungskopfschmerz und Migräne als dritthäufigste Kopfschmerzart unter den mehr als 200 verschiedenen Formen. Grundregel Nummer 1 lautet daher: Schmerz- oder Migränemittel maximal an zehn Tagen pro Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander einnehmen.

Zwar spielt die genetische Veranlagung eine Rolle, doch lässt sich vor allem auch mit einer gesunden Lebensweise Einfluss auf Kopfschmerzen nehmen. Da Stress zu deren Hauptursachen zählt, sollten Betroffene für genügend Auszeiten und Entspannung im Alltag sorgen. Ideal dafür ist regelmäßiger Ausdauersport an der frischen Luft wie Laufen, Walken oder Radfahren, möglichst drei Mal dreißig Minuten pro Woche. Auch das Erlernen von Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen können helfen, den Körper gezielt zu entspannen und so dem quälenden Pochen im Kopf vorzubeugen. Da auch Flüssigkeitsmangel eine häufige Ursache für Kopfschmerzen sein kann, sollten täglich mindestens eineinhalb bis zwei Liter getrunken werden, am besten Wasser, Saftschorlen oder ungesüßter Tee.

Je früher Kopfschmerzen gezielt behandelt werden, desto geringer ist das Risiko, dass sie chronisch werden. Wer an mehr als fünf Tagen im Monat an Kopfschmerzen oder Migräne leidet, sollte dringend ärztlichen Rat einholen.

Weiterführende Informationen: Kaufmännische Krankenkasse

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